Fritznelson und sein Weg zur Fotografie
Es ist ein heißer Tag im Juli in der Hauptstadt Haitis, Port-au-Prince. „Eigentlich ein Morgen wie jeder andere“, denkt Fritznelson Fortuné, als er aufwacht, in seinem Zelt in der Nähe des immer noch in Trümmern liegenden Palasts. Der 22 jährige – „ein Kind der Strasse“, wie er sich selbst bezeichnet – bricht auf in den Tumult der Stadt, um wie jeden Tag für Essen und Hilfe zu betteln.
Ist es Zufall oder Schicksal, dass er heute zwei weiße, junge Frauen von weitem sichtet? Als er ihnen folgt, möchte er eigentlich nur um Hilfe bitten und weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass diese Begegnung sein ganzes Leben verändern wird. Eine dieser zwei Frauen ist meine Kollegin Dorine Van Olphalvens, die andere bin ich. Zusammen haben wir in einer Schule einen Einschreibetest organisiert um für den Fotoworkshop der VOG „VIV TIMOUN“ aus 150 Interessenten die 20 Talentiertesten herauszufiltern.
Der Test ist voll im Gange als Dorine einen vor dem Klassenraum hockenden, völlig eingeschüchterten jungen Mann entdeckt. Die Hände vorm Gesicht verschränkt, erklärt uns der Straßenjunge in gebrochenem Französisch, er sei hier, weil weiße Menschen Haitianern oft helfen. „Ich habe nichts, keinen Job oder Zukunftsperspektive und niemanden, der mich unterstützt.“ Ohne zu zögern laden wir Fortuné ein, an unserem Test teilzunehmen.
Seine gut durchdachten und fast philosophischen Antworten auf unsere Fragen, sowie die starke Komposition seines geschossenen Fotos, bringen ihn in die nächste Runde. Auch beim zweiten Test erkennen wir, was für ein Potenzial in dem jungen Erwachsenen steckt. Genau deshalb geben die Chance, als einer der 20 Besten, an unserem Workshop teilzunehmen.
Fortuné erscheint immer als einer der Ersten im Unterricht und bleibt länger um weitere Fragen zu stellen. Ab dem ersten Moment in dem er eine Kamera in der Hand hält, lässt er sie nicht mehr los. Nachts schläft er mit der Kamera unter dem Kissen, während er sie tagsüber stolz um den Hals trägt, als sei sie das Wertvollste in seinem Leben. „Früher hatte mein Leben keinen Sinn“, erzählt Fortuné mir an einem Nachmittag, „ich nahm die verschiedensten Drogen um die schlimmen Zeiten zu ertragen. Die Fotografie hat alles verändert. Sie gibt meinem Dasein einen Sinn, ich weiß jetzt wieso ich hier bin. Ich bin Journalist und möchte das alltägliche Leiden der Strassen von meiner Heimat festhalten. Ich möchte durch meine Fotos etwas verändern und dafür würde ich mein Leben geben“. Genau diese Worte spiegeln sich in seinen Fotos wieder. Ohne Angst ist er immer ganz nah dabei und fotografiert Demonstrationen, Gewaltausbrüche aber auch Religionsrituale und das alltägliche Leben in seiner Heimat, dem Slum „Village de Dieu“ in Port-au-Prince.
Ob er die Theorie zur Ästhetik und Komposition der Fotografie einfach verdammt gut verstanden hat oder ob er ein natürliches Talent in sich trägt, können wir nicht mit Gewissheit sagen. Was wir Fotografielehrer aber mit Sicherheit wissen, ist, dass Fortuné jetzt schon mit der Präzision und dem Mut eines professionellen Fotojournalisten fotografiert. Genau das wird er nächstes Jahr unter Beweis stellen bei einem 6 Monate langem Praktikum in der internationalen Nachrichtenagentur Agence France Presse, kurz AFP, die in Haiti stationiert ist.
Auch alle anderen Studenten sind talentiert und werden nächstes Jahr in Haitianischen oder internationalen Unternehmen sowie Organisationen Praktika absolvieren.
Es ist ein heißer Tag im Juli in der Hauptstadt Haiti’s, Port-au-Prince. „Eigentlich ein Morgen wie jeder andere“, denkt Fritznelson Fortuné als er aufwacht in seinem Zelt in der Nähe des immer noch in Trümmern liegenden Palasts. Der 22jährige – „ein Kind der Strasse“, wie er sich selbst bezeichnet – bricht auf in den Tumult der Stadt um wie jeden Tag für Essen und Hilfe zu betteln.
Ist es Zufall oder Schicksal, dass er heute zwei weiße, junge Frauen von weitem sichtet? Als er ihnen folgt, möchte er eigentlich nur um Hilfe bitten und weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass diese Begegnung sein ganzes Leben verändern wird. Eine dieser zwei Frauen ist meine Kollegin Dorine Van Olphalvens, die andere bin ich. Zusammen haben wir in einer Schule einen Einschreibetest organisiert um für den Fotoworkshop der VOG „VIV TIMOUN“ aus 150 Interessenten die 20 Talentiertesten herauszufiltern.
Der Test ist voll im Gange als Dorine einen vor dem Klassenraum hockenden, völlig eingeschüchterten jungen Mann entdeckt. Die Hände vorm Gesicht verschränkt, erklärt uns der Straßenjunge in gebrochenem Französisch, er sei hier, weil weiße Menschen Haitianern oft helfen. „Ich habe nichts, keinen Job oder Zukunftsperspektive und niemanden, der mich unterstützt.“ Ohne zu zögern laden wir Fortuné ein, an unserem Test teilzunehmen.
Seine gut durchdachten und fast philosophischen Antworten auf unsere Fragen, sowie die starke Komposition seines geschossenen Fotos, bringen ihn in die nächste Runde. Auch beim zweiten Test erkennen wir, was für ein Potenzial in dem jungen Erwachsenen steckt. Genau deshalb geben die Chance, als einer der 20 Besten, an unserem Workshop teilzunehmen.
Fortuné erscheint immer als einer der Ersten im Unterricht und bleibt länger um weitere Fragen zu stellen. Ab dem ersten Moment in dem er eine Kamera in der Hand hält, lässt er sie nicht mehr los. Nachts schläft er mit der Kamera unter dem Kissen, während er sie tagsüber stolz um den Hals trägt, als sei sie das Wertvollste in seinem Leben. „Früher hatte mein Leben keinen Sinn“, erzählt Fortuné mir an einem Nachmittag, „ich nahm die verschiedensten Drogen um die schlimmen Zeiten zu ertragen. Die Fotografie hat alles verändert. Sie gibt meinem Dasein einen Sinn, ich weiß jetzt wieso ich hier bin. Ich bin Journalist und möchte das alltägliche Leiden der Strassen von meiner Heimat festhalten. Ich möchte durch meine Fotos etwas verändern und dafür würde ich mein Leben geben“. Genau diese Worte spiegeln sich in seinen Fotos wieder. Ohne Angst ist er immer ganz nah dabei und fotografiert Demonstrationen, Gewaltausbrüche aber auch Religionsrituale und das alltägliche Leben in seiner Heimat, dem Slum „Village de Dieu“ in Port-au-Prince.
Ob er die Theorie zur Ästhetik und Komposition der Fotografie einfach verdammt gut verstanden hat oder ob er ein natürliches Talent in sich trägt, können wir nicht mit Gewissheit sagen. Was wir Fotografielehrer aber mit Sicherheit wissen, ist, dass Fortuné jetzt schon mit der Präzision und dem Mut eines professionellen Fotojournalisten fotografiert. Genau das wird er nächstes Jahr unter Beweis stellen bei einem 6 Monate langem Praktikum in der internationalen Nachrichtenagentur Agence France Presse, kurz AFP, die in Haiti stationiert ist.
Auch alle anderen Studenten sind talentiert und werden nächstes Jahr in Haitianischen oder internationalen Unternehmen sowie Organisationen Praktika absolvieren.
