Im Jahr 2007 reiste Alice Smeets zum ersten Mal nach Haiti. Im Rahmen ihres Fotografiestudiums lernte sie einen Fotojournalisten kennen, der ihr eine Reise in ein Entwicklungsland zur Erfahrensanreichgerung in der dokumentarischen Fotografie nahelegte. Alice fuhr mit Hilfe der Organisation Haiti Care auf die Insel Hispaniola, um Haiti zu besuchen.
In Port-au-Prince besuchte sie unter anderem den Slum Cité Soleil, eines der ärmsten und auch gefährlichsten Elendsviertel der Hauptstadt. Im Allgemeinen war die Sicherheitslage nach 2006 sehr instabil. Alice gelang es, ein Foto von einem kleinen Mädchen in diesem Slum aufzunehmen, das in weißem Kleid durch die Pfützen und Müllberge des Armenviertels lief. 2008 gewann sie mit diesem Bild das UNICEF Foto des Jahres, ihr Durchbruch in der internationalen Dokumentarfotografieszene.
Schon anfangs unterstützte Alice mit kleinen Summen haitianische Initiativen. Nach ihrem Erfolg wollte sie zurück nach Haiti, um das Mädchen auf dem Foto zu finden und zu erfahren, wie die Hauptdarstellerin ihres bisher wichtigsten Fotos lebt. Sie fand Landa und wie erwartet lebte diese in erschütternden Verhältnissen. Alice unterstütze Landa und ihre Familie, damit diese aus dem Slum in ein besseres Viertel von Port-au-Prince ziehen konnte und besorgte Landa einen Platz in der MEVA Schule, eines der Projekte von Haiti Care.
Nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010, dass über 200.000 Todesopfer und unzählige Verletzte forderte, schlossen sich Alice und Max Küchenberg zusammen, der seit 2008 regelmäßig nach Benin reist um dort nachhaltige Agrarprojekte zu unterstützen, und gründeten mit 4 weiteren engagierten Menschen einen gemeinnützigen Verein. VIV TIMOUN war geboren.
Im letzten Jahr hat sich viel getan: Mittlerweile zählt der Verein 12 aktive Mitglieder, die sich ehrenamtlich neben ihren Studien oder Berufen für die Menschen in Haiti und Benin einsetzen. Die Projekte werden konrekter, größer und professioneller. Aktuell wird Fotoworkshop in Haiti veranstaltet. Die Sicherheitslage in Haiti ist weitgehend unter Kontrolle und nach mehr als einem Jahr erkennt man, dass Haiti langsam wieder im Aufbau ist.
